DER KAUFMANN VON VENEDIG / MAUSER

William Shakespeare / Heiner Müller

Übersetzung des Stücks von W. Shakespeare: Ľubomír Feldek
Übersetzung des Stücks von H. Müller: Jana Wild

Adaptierung: Dávid Paška

PREMIERE 20. Juni 2026 im Theater PO Hviezdoslava in Bratislava

Theater P.O. Hviezdoslava, Laurinská 20, 811 01 Bratislava, Slowakei

Besetzung

Shylock: Robert Roth
Antonio: Alexander Bárta
Portia / Chor: Annamária Janeková
Bassanio / Chor: Róbert Sipos
Jessica / Nerissa / Chor: Martina Znamenáčková
Lorenzo / Chor: Juraj Hrčka
Launcelot / Chor / Doge: Martin Klinčúch

Künstlerisches Team

Fassung und Regie: Dávid Paška
Dramaturgie: Veronika Kolejáková, Tereza Hladká
Bühne: Julius Leon Seiler
Kostüme: Maria-Lena Poindl
Musik: Michal Paľko


Welchen Platz haben Mitgefühl und Gerechtigkeit, wenn einem bereits der kalte Lauf einer Waffe im Nacken sitzt und das Messer zum Zustechen bereit ist?

Die Inszenierung des erfolgreichen slowakischen Regisseurs der jüngeren Generation Dávid Paška verbindet zwei bedeutende dramatische Texte – Der Kaufmann von Venedig und Mauser. Im Zentrum stehen die gemeinsamen Themen Mitgefühl und Vergebung angesichts unerbittlicher und kaum lösbarer Dilemmata.

William Shakespeares Klassiker Der Kaufmann von Venedig erzählt von einem ungleichen Konflikt zwischen dem Kaufmann Antonio und dem Geldverleiher Shylock. Beide leben in unvereinbaren Welten, getrennt durch historisches Unrecht, gesellschaftliche Ungleichheit und ungleich verteilte Privilegien.

Antonio nimmt bei Shylock ein Darlehen auf und verspricht ihm als Sicherheit etwas Ungewöhnliches: Sollte er seine Schuld nicht fristgerecht begleichen, darf Shylock ein Pfund Fleisch aus Antonios Körper herausschneiden. Als Antonio in Schwierigkeiten gerät und das Geld nicht zurückzahlen kann, wird der Streit vor Gericht ausgetragen – und dort geht es buchstäblich um Leben und Tod.

Heiner Müllers aufrüttelnder Einakter Mauser wurde in den 1970er-Jahren in der DDR verboten, da das Stück den absoluten moralischen Geltungsanspruch des Regimes hinter dem Eisernen Vorhang infrage stellte. In einer Atmosphäre des Zynismus und der rücksichtslosen Verfolgung eigener Interessen werden Menschen häufig zu einer unerbittlichen Haltung gedrängt. Mitgefühl scheint darin keinen Platz zu haben, sofern man nicht bereit ist, die eigene Sicherheit aufs Spiel zu setzen.

In welchem Maße trägt der Einzelne Verantwortung für die Folgen seiner Handlungen, wenn diese innerhalb eines Systems vollzogen werden? Ist die Grausamkeit, die ein Mensch im Namen eines höheren Ziels ausübt, eine notwendige Voraussetzung für die Verwirklichung von Gerechtigkeit?