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Gedichtsammlung I Nomos črepín a vrások I Dávid Paška I 2021

Ľubomír Feldek (*1936) der bedeutendste slowakische Autor, Schriftsteller, Drehbuchautor, Dramaturg und Übersetzer. In den letzten zehn Jahren hat er sechzehn Stücke von W. Shakespeare und seine Sonette übersetzt.


Dávid Paška (*1999) hat nicht nur außergewöhnliches, sondern - wenn wir sein junges Alter berücksichtigen - auch außergewöhnlich reifes Talent. Wenn ich das Wort Talent im Singular verwendet habe, muss ich mich sofort korrigieren.

Dávid hat mehrere außergewöhnliche Talente. Bereits mit 18 Jahren wurde er ins Max Reinhardt Seminar, Institut für Schauspiel und Schauspielregie der mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien im Palais Cumberlanm aufgenommen, wo er Theaterregie studiert, und seine bisherige Regiebilanz ist bemerkenswert. Er wagt sich - trotz seines jungen Alters - an so "alte Männer" wie Euripides, Schiller oder Brecht... Aber so ist es mit talentierten Künstlern, schnellere Reife geht der Kindheit voraus, die Kindheit hat jedoch die Lunge eines Langläufers, also laufen im Ziel die Kindheit und die Reife Seite an Seite. Zufällig fallen mir Namen wie Rimbaud und Ondruš ein und mir wird sofort klar warum. Bei beiden Dichtern finden wir ein Gedicht namens Reminiszenz. Und in seiner zweiten Sammlung hat sich Dávid Paška - der Dichter - einer solchen Reminiszenz bereits angenähert. Anlässlich der Veröffentlichung seiner ersten Sammlung sagte er: "Wir verstümmeln freiwillig unsere Zeit, um uns dann bereuen zu können. So habe ich meine Gedichte im Bild der Zeit verstümmelt, jedoch wird das Selbstmitleid so gründlich wie möglich extrahiert, um Raum für Impression zu schaffen.

Bei der zweiten Kollektion weiß David jedoch schon sehr genau, dass es auch noch anders ist. Die Zeit verstümmelt sich fleißig selbst - auch ohne unser Eingreifen. Ironischerweise (denn nicht nur ernst, sondern auch amüsant mit einem netten Wortspiel) fragt er: "Wie soll das Morgen kommen, wenn der Schock von Heute nicht kommt?".

Ich weiß nicht, was für ein Morgen unsere Zeit erwartet. Um das erfolgreiche künstlerische Morgen von Dávid Paška müssen wir uns schon jetzt keine Sorgen machen.

Gedichtsammlung I V roztrieštenom procese I Dávid Paška 2017

Martin Čičvák (* 1975) ist ein bedeutender Theaterregisseur und -autor, der in der Tschechischen Republik, der Slowakei und Österreich arbeitet. Er studierte am Dartington College of Arts in Großbritannien, wo er Genets "Die Zofen" und Strindbergs "Fräulein Julie" inszenierte.

Martin Čičvák nicht nur über den Gedichtband "Im zersplitterten Prozess".

... Aus deinen Gedichten, Dávid, spricht die Wahrheit. Auch eine Erfahrung. Ein aufrichtiges Bemühen, der Welt um dich herum einen Namen zu geben, deiner Generation einen Namen zu geben, sie in den Fluss der Geschichte einzuordnen - einen Platz für dich und deine Zeitgenossen zu finden - ein fester Punkt in einer chaotischen (wenn du so willst, postfaktischen) Welt. Deine Gedichte bewegen mich in ihrem unverfälschten, nicht falschen Bemühen, die Leere, Oberflächlichkeit und Taubheit deiner Generation herauszuschreien, deren STIMME du in deiner Poesie werden willst. Nun - ich denke, du kannst dich unbescheiden, aber mit aller Bescheidenheit, diese STIMME nennen, denn du bist sie. Und ich glaube, dass du gehört werden musst und wirst.

Auch ich kehre gerne zu deinen Gedichten zurück, blättere in deiner Sammlung - und wer weiß - vielleicht kehre ich noch so oft zu ihr zurück, dass du mit ihr bei mir Shakespeares Sonette den Rang abläufst. (Nein, das will ich nicht hoffen!)

Aber um aus deiner Sammlung zu zitieren - die "bärtigen Experten", zu denen ich mich mit Stolz zähle, haben dich nicht verurteilt. Ganz im Gegenteil.

Du bist einzigartig, Dávid.

Hüte empfindsam dein Talent, mit dem du in beneidenswertem Maße gesegnet bist, - es ist ein Geschenk, das nicht verstauben darf. Es ist deine menschliche und staatsbürgerliche Pflicht. Deine Essenz. Das ist es, was du bist und was du immer sein musst. Ein vollwertiger Künstler. Nur weiter so.

Prag, den 28.4.2017
Martin Čičvák